Ochsengarten

Die Volksschule Ochsengarten wurde aufgrund der geringen Schülerzahlen nach dem Schuljahr 2016/2017 stillgelegt. Alle Ochsengartner Kinder besuchen ab dem Schuljahr 2017/2018 die Volksschule Haimingerberg!

Hier gibt´s einen Rückblick auf 239 Jahre Schulgeschichte!

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Archiv über die Lehrpostenbesetzung an der einklassigen Volksschule in O c h s e n g a r t e n .

Am 15. November 1811 (achtzehnhundertelf) hat ein Kaplan angesucht, dass er einen Aushilfslehrer zugeteilt bekommt. Er schlägt Eustach Khuen vor "... er hat bisher gute Erfolge erreicht; im Lesen, im Schreiben, im Rechnen (Trivialschule) und ist ansonsten allseits geachtet und bei den Kindern beliebt,.....“

Aus dem Schreiben ist auch zu entnehmen, dass schon einige seiner Vorgänger gleichzeitig hier als Kaplan und Lehrer tätig waren. Da zwischen der allgemeinen Schulordnung 1774 des Abtes Felbiger unter der Kaiserin Maria Theresia und oben genanntem Schreiben nur 37 Jahre verflossen sind, kann wohl mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass auch hier zur Zeit Maria Theresias mit der schulischen Erziehung der Jugend begonnen wurde. Im Pfarrarchiv heißt es: “Zu Beginn des Jahres 1778 wurde zum ersten male ein Priester nach Ochsengarten gesandt, der Supernummerar Severin Erhart , um  Gottesdienst zu halten und Schulunterricht zu erteilen. Er nahm Wohnung in einem Bauernhaus zu Balbach,“ (jetzt Hausnummer 2). In diesem Hause wurde auch - nach mündlicher Überlieferung - Unterricht erteilt, bis der Widum  und das neue Gotteshaus erbaut waren (1783).

In der Pfarrchronik heißt es weiter: ...“I785 wurde die kleine Berggemeinde Ochsengarten zur Lokalkaplanei erhoben. Als erster Lokalkaplan wurde Pater Pantaleon Widmann, Subprior des aufgelösten Augustinerklosters in Seefeld, bestellt. Dieser hat in dieser Einsamkeit 17 Jahre geduldig ausgeharrt..."

Die älteste Urkunde im Schularchiv, das leider nur mehr äußerst mangelhaft erhalten geblieben ist, stammt vom königlichen bairischen Landgericht in Silz (18. 4. 1813), und beinhaltet eine Bestrafung des Ignatz Plattner und Anna Prantlin wegen unentschuldigtem Fernbleiben ihres Sohnes vom Unterricht der Sonntagsschule. - Mehrere Schreiben von der Bezirkshauptmannschaft betreffen die Besoldung der Kaplane für das „Schulhalten“ die damals 25 bestehenden Haushalte hatten gemeinsam 37 ½  Pfund Schmalz, ca. 2l Milch und das nötige Brennholz aufzubringen (37 ½ Pfund Schmalz jährlich bis Martini, 2 l Milch täglich, das Brennholz "gescheitert und geklaftert"). Kam eine Partei der Abgabe nicht nach, hatte sie 3 Gulden in bar zu zahlen (für einen Gulden bekam man um 1880 zehn Kilogramm Roggenbrot). — Im Jahre 1870 erwog man, ob man die Schulpflichtigen nicht anderswo in die Schule schicken sollte, was aber daran scheiterte, weil nur zwei ABC-Schützen und ein bald Fünfzehnjähriger einzuweisen gewesen wären. Während dieses Jahres ruhte hier der Schulbetrieb. - 1861 wurde Karl Meister als definitiver Schulgehilfe unter Aufsicht des Kaplanes von der Bezirkshauptmannschaft in Imst bestellt. - Im 12. 4. 1881 wurde von der Bezirkshauptmannschaft in Imst bestätigt, dass der I8jährige Johann Michael Haselwanter WIEDER als AushilfsIehrer unterrichten darf. – Einige Schreiben betreffen die Zuteilung von unentgeltlichen Schulbüchern an die armen Hochgebirgsbauernkinder im Sinne der Verfügungen der Kaiserin Maria Theresia.

Um die obigen Ereignisse, Jahreszahlen und Namen historisch einwandfrei auffindig zu machen, musste ich viel Mühe und Zeit aufwenden. Aber ich hoffe damit, wie wenig Zeilen es auch sind, eine Lücke in der Chronik der Volksschule Ochsengarten geschlossen zu haben, und künftigen Lehrpersonen und somit den Kindern dienstbar gewesen zu sein.

Ochsengarten, am 6. Juni 1957 Rudolf Klotz (bearbeitet von Josef Pohl)

...und hier noch ein Auszug aus der handgeschriebenen Chronik...